Pressemitteilungen

Pressemitteilung Nummer 71

Geschichte und Heimatkunde im Fokus

Oldenburger Landesverein stellt neues Programm vor – Sieben Fahrten geplant

Die neue Broschüre des Oldenburger Landesvereins mit den Veranstaltungen von April bis Oktober ist erschienen. Das Exkursionsprogramm beginnt am 22. April mit einer Fahrt zu den Klöstern Lüne und Ebstorf in der Lüneburger Heide.

Weitere Exkursionen führen zum Europäischen Hansemuseum nach Lübeck, zu archäologischen Fundstätten zwischen Oldenburg und Vechta oder nach Großenkneten, um die Herausforderungen der Trinkwasserversorgung im Oldenburger Land kennen zu lernen. Im zweiten Halbjahr steht Moorriem auf dem Programm sowie die Umgebung Groningens.

Eine mehrtägige Fahrt plant der Oldenburger Landesverein in Zusammenarbeit mit der Oldenburgischen Landschaft vom 20. Bis 23. Juli nach Birkenfeld, das vor 200 Jahren oldenburgisches Territorium wurde.

Das Programm liegt in Oldenburger Museen und Bibliotheken aus und kann in der Geschäftsstelle des Vereins via E-Mail angefordert werden.

Ansprechpartner sind Frau Krahl und Frau Raupach in der Geschäftsstelle.

Pressemitteilung Nummer 70

Präsentation einer Neuerscheinung der Oldenburger Forschungen NF Band 31: Bernd Müller: Erbprinz Paul Friedrich August von Holstein-Oldenburg in Russland 1811-1816. Exil und Aufhebung der Leibeigenschaft in Estland, Oldenburg: Isensee 2017

Erbprinz Paul Friedrich August (1783-1853) folgte während der französischen Annexion des Oldenburger Landes seinem Vater Herzog Peter Friedrich Ludwig von Holstein-Oldenburg ins Exil nach Russland. Dort wirkte er im russischen Hauptquartier als Generalleutnant bis zur Verbannung Napoleons und kehrte nach einer Zwischenetappe beim Wiederaufbau des Herzogtums Oldenburg für weitere zwei Jahre nach Russland zurück. Zar Alexander I. berief ihn zum Generalgouverneur von Estland. Erbprinz August führte u.a. eine Agrarreform durch, die die Aufhebung der Leibeigenschaft estländischer Bauern zum Ziel hatte. Die erhaltene Korrespondenz und weitere Archivalien erlauben eine Rekonstruktion dieses Geschichtsabschnittes und ermöglichen einen Blick auf die Entwicklung der Persönlichkeit und des Wirkens von Paul Friedrich August, der dann von 1829 bis 1853 als Großherzog das Großherzogtum Oldenburg regierte.

Der Autor, Dr. Bernd Müller (72), Brigadegeneral a.D., arbeitet als promovierter Historiker in Oldenburg und nimmt Lehraufträge am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität wahr.

Das Buch hat 90 Seiten, 10 farbige und 4 schwarz-weiß-Bilder und kostet 12,80 Euro. ISBN 978-3-7308-1343-0.

Die Neuerscheinung wird am Mittwoch, 22. März 2017, 11 Uhr, im Seminarraum des Niedersächsischen Landesarchivs Oldenburg, Damm 43, 26135 Oldenburg, vorgestellt.

Pressemitteilung Nummer 69

Schlossabend mit Dr. André R. Köller, Weener, am 20. April 2017, 20 Uhr, mit dem Thema: Handlungsspielräume der Grafen von Oldenburg im Rahmen der Glaubensspaltung (bis 1573)

Der Einzug der neuen Lehre in den königsfernen Nordwesten des Reiches führte zu einer stärkeren Einbeziehung in die Reichspolitik und damit zu einer Verschärfung der Machtkämpfe. Allerdings ergaben sich aus der Glaubensspaltung auch Handlungsspielräume. Diese wusste Graf Anton I. von Oldenburg geschickt zu nutzen: Als jüngster von vier Brüdern riss er die Regierung an sich. Durch die Säkularisierung von Kirchen- und Klostergütern stärkte er seine Position. Im Zusammenhang des Schmalkaldischen Krieges eroberte er Delmenhorst zurück. Der Rahmen seines Handelns blieb jedoch stets der erbitterte Bruderzwist im Oldenburger Grafenhaus, den er vom Zaun gebrochen hatte.

Der Referent studierte Geschichte und Germanistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet derzeit als Oberstudienrat am Gymnasium in Papenburg. Er wurde 2012 in Oldenburg mit der Dissertation "Agonalität und Koooperation. Führungsgruppen im Nordwesten des Reiches 1250-1550" promoviert. Diese Arbeit wurde 2014 mit dem Preis für niedersächsische Landesgeschichte ausgezeichnet. Sie bestärkte Köller in seinen Forschungen zur Geschichte von Ostfriesland und zu führenden Adelsgeschlechtern im deutschen Nordwesten bis zum Beginn der Neuzeit.

Pressemitteilung Nummer 68

Unter dem Titel „Grafenherrschaft, Städte und Handel. Oldenburg und die Hanse im späten Mittelalter“ referiert der Historiker Prof. Dr. Rudolf Holbach am kommenden Donnerstag, 19. Januar 2017, 20 Uhr im Oldenburger Schloss.

Der Vortrag geht den Beziehungen zwischen den Grafen von Oldenburg, den Einwohnern ihrer Stadt und Grafschaft sowie den benachbarten Mitgliedern der Hanse im ausgehenden Mittelalter nach. Er nimmt dabei ihre wechselseitige Abhängigkeit und enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher Ebene in den Blick, aber genauso auch die Spannungen und zum Teil heftigen Konflikte, die zwischen ihnen erwuchsen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Schlosssaalvorträge statt, die der Oldenburger Landesverein für Geschichte, Natur- und Heimatkunde veranstaltet. Rudolf Holbach lehrte von 1994 bis zu seinem Ruhestand 2016 als Professor für Geschichte des Mittelalters an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Zu seinen besonderen Forschungsschwerpunkten zählt die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit.