Pressemitteilungen

Pressemitteilung Nummer 79

Vor 100 Jahren: Oldenburg 1918. Das Ende des ‚Großen Krieges‘ und die November-Revolution

Referent: Dr. Gerhard Wiechmann (Oldenburg)

Als Auftakt zur Erinnerung an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren wird der Oldenburger Militär- und Marinehistoriker Dr. Gerhard Wiechmann am Donnerstag, dem 26. April 2018 um 20.00 Uhr, im großen Festsaal des Oldenburger Schlosses zum Thema sprechen: Vor 100 Jahren: Oldenburg 1918. Das Ende des ‚Großen Krieges‘ und die November-Revolution.

1918 befanden sich auch Stadt und Land Oldenburg im fünften Jahr des ‚Großen Krieges‘, wie der (Erste) Weltkrieg bis ca. 1941 auch in Deutschland genannt wurde. Auch die Oldenburger Industriebetriebe waren nahezu vollständig auf die Rüstungsproduktion umgestellt worden. Die Umstrukturierung führte zu Engpässen bzw. gravierenden Versorgungslücken, die selbst das beliebteste Oldenburger Verkehrsmittel, das Fahrrad, betrafen.

Die Einziehung aller halbwegs wehrdiensttauglichen Männer hatte dazu geführt, dass Frauen selbst in Schwerarbeitertätigkeiten wie Lokomotivputzen eingesetzt wurden. Kriegsgefangene arbeiteten sowohl in der Osternburger Glashütte als auch auf Ohmsteder Bauernhöfen. Aus der verbündeten Türkei (dem Osmanischen Reich) wurden „Gastarbeiter“ angeworben; die Stadt Oldenburg selbst war von 1916-1920 Mitglied der Deutsch-Türkischen Vereinigung (DTV). Die moderne Kriegführung erreichte indirekt auch Oldenburg: 1916 stürzte ein Marineflieger tödlich im Blankenburger Holz ab. In zahlreichen Lazaretten, so auf dem Ziegelhof, waren den gesamten Krieg über tausende von (Schwerst-)Verwundeten untergebracht. Aufgrund der intensiven Viehwirtschaft befanden sich zwar Stadt und Land Oldenburg in einer durchaus besseren Versorgungssituation als zum Beispiel das industrielle Ruhrgebiet. Doch der Schleichhandel (Schwarzmarkt) und (Vieh)Diebstähle sorgten für beträchtliche Unruhe wie z.B. der „Oldenburger Butterskandel“ vom Sommer 1918. Unklar ist bis heute, inwieweit die „Spanische Grippe“ die ohnehin ausgezehrte Bevölkerung betraf. Die auf ein Minimum reduzierte Ärzteschaft stand dem Phänomen praktisch hilflos gegenüber.

Die Novemberrevolution und der Waffenstillstand am 11. November 1918 brachten keineswegs das herbei gesehnte Kriegsende. Die alliierte Lebensmittelblockade wirkte sich sogar verschärfend aus und die Demobilisierung von Millionen Soldaten bis zum Frühjahr 1919 verlief auch in der Stadt Oldenburg keineswegs reibungslos. Auf der politischen Ebene brachten erst die Wahlen zur Nationalversammlung im Januar 1919 eine Klärung der politischen Situation. Allerdings war die „Revolution“ im Oldenburger Land ohnehin von einer starken Kontinuität geprägt gewesen, so dass die bürgerkriegsähnlichen Zustände wie in Bremen, Braunschweig, dem Ruhrgebiet, Mitteldeutschland oder München den Oldenburgern, von wenigen Ausnahmen abgesehen, lediglich aus der Presse bekannt wurden.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Vereinsmitglieder, Schüler und Studierende ermäßigt er sich auf 3 Euro.

Pressemitteilung Nummer 78

Unter dem Titel „Die Botschaft des Oldenburger Horns - eine knifflige Entdeckung“ wird am kommenden Donnerstag, 01. März 2018 um 20.00 Uhr im Oldenburger Schloss Prof. Dr. Jörgen Bracker aus Hamburg seine Theorie über das rätselhafte Wunderhorn, das sich als kostbares Stück einst im Oldenburger Schloss befand und dort jetzt nur noch als Kopie zu sehen ist, vorstellen.

Der Referent war 25 Jahre lang – von 1976 bis 2001 - Leiter des Museums für Hamburgische Geschichte und hatte 1989 die legendäre große Ausstellung zur Geschichte der Hanse organisiert. Jene aufregende Zeit inspirierte ihn nach seiner im Jahre 2001 erfolgten Pensionierung zum Verfassen spannender historischer Romane, wie „Hinter der Nebelwand“, „Spielmanns Fluch“, „Die Reliquien von Lissabon“ und zu einer Störtebeker-Trilogie.

So fordert auch das um 1400 geschaffene Oldenburger Wunderhorn das Nachdenken darüber heraus, welche Botschaften es den Zeitgenossen und künftigen Generationen übermitteln wollte und welche Geheimnisse es in seinen Eingravierungen verbirgt. In jedem Fall verspricht es, spannend zu werden.

Der Eintritt beträgt 5 Euro, für Vereinsmitglieder, Schüler und Studierende ermäßigt er sich auf 3 Euro.

Pressemitteilung Nummer 77

Der neue Flyer des Oldenburger Landesvereins mit den Veranstaltungen von Februar bis Oktober 2018 ist erschienen.

Das Exkursionsprogramm wird im kommenden Frühjahr und Sommer besonders viel-fältig sein. Die geführten Tagesfahrten werden in den Landkreis Cuxhaven, das Tecklenburger Land, ins Oldenburgische Moor, auf die Insel Mellum und in den Süden der niederländischen Provinz Drenthe führen. Ein Besuch des Wilhelmshavener Insti-tuts für Vogelforschung und eine Vogelbeobachtungstour werden sich anschließen.

Die Mehrtagesfahrt steht unter dem Thema „Trier im Mittelalter“ unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Holbach, einem ausgewiesenen Kenner dieser ehemaligen Hauptstadt des weströmischen Reiches, die auch im Mittelalter ihre hohe Bedeutung als religiös-kulturelles, politisches und wirtschaftliches Zentrum bewahrte und Sitz eines der drei geistlichen Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war.

Endlich kann der Landesverein seine traditionellen Schlossabende wieder anbieten. Der erste Schlossabend wird sich am 1. März mit einer kniffligen Entdeckung befassen, und zwar der Botschaft, die das berühmte Oldenburger Wunderhorn aussendet. Am zweiten Schlossabend, am 26. April, wird es um das Jahresthema des Endes des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren gehen. Im Mittelpunkt wird die Novemberrevolution stehen, die die demokratische Zukunft des neuen Freistaats Oldenburg ungewiss erschienen ließ.

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesarchiv ist der Oldenburger Landesver-ein Träger der Historischen Abende. Herr Dr. Jörgen Welp wird am 22. Februar über „Das Oldenburger Wappen – ein Symbol und seine Geschichte“ im Vortragssaal des Landesarchivs am Damm 43 sprechen. Auf die beiden weiteren Vortragsabende am 12. April und am 21. Juni wird zu gegebener Zeit hingewiesen werden.

Das Programm liegt in den Oldenburger Kultureinrichtungen aus und kann in der Geschäftsstelle (Damm 41, 26135 Oldenburg, Tel. 0441/2 17 80 73) angefordert werden. Zugleich wird es auf der Homepage des Oldenburger Landesvereins veröffentlicht.